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Internationale Klassen im Museum

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Internationale Klassen im Museum – Ein Kunst-Projekt in der Kunstsammlung NRW

Über ein Programm der Kunstsammlung NRW, einem Teil des Forschungsprojektes „museum global“, erhielt eine der beiden Internationalen Förderklassen des Heinrich-Hertz-Berufskollegs die Gelegenheit, sich mit der Kunst des 20. Jahrhunderts im K 20 über einen längeren Zeitraum auseinanderzusetzen. 10 Wochen trafen sich die Schülerinnen und Schüler jeweils zwei Zeitstunden mit zwei Museumspädagoginnen im Museum.

Zunächst näherten sie sich der Kunst durch eine Betrachtung einzelner Bilder und Skulpturen. Durch Nachzeichnen einzelner Elemente und die Anwendung verschiedener Gestaltungstechniken, wie z.B. dem Druckverfahren, wurde die Annäherung vertieft. Ein Vergleich von Künstlerbiografien mit ähnlichen Techniken ermöglichte einen Zugang zu Charakteristika einer Kunstrichtung. Bei diesem Prozess zeigten sich jedoch deutlich die Sprachbarrieren der Jugendlichen. Die Verarbeitung der Biografien in eine Art Facebook-Eintrag machte sie aber auch für unsere Schülerinnen und Schüler verständlich. Aus der Arbeit mit den Biografien entwickelten sich praktische Übungen mit Portraits und Selbstportraits. Die Abschlussarbeiten waren Videos, in denen die Schülerinnen und Schüler sich in Bezug zu den Bildern und dem Gebäude Museum setzten. Am letzten Tag gab es eine Vorführung und Führung durch das Museum von den Schülern für eine Partnerklasse des Heinrich-Hertz-Berufskollegs.

Als begleitende Sozialpädagogin und Lehrerin konnten wir unsere Schülerinnen und Schüler dabei beobachten, wie sie sich mit der für sie befremdlichen Kunst einer fremden Kultur auseinandersetzten. Durch die zunehmende Vertrautheit mit den Bildern und den Räumen verschwanden Ressentiments. Als einige der Bilder, die sie anfangs ablehnten, aus der ständigen Ausstellung verschwanden, suchten sie sie! Auch gingen die Schülerinnen und Schüler immer wieder zu der Live-Installation der Künstlerin Maria Hassabi im Parterre des Museums, obwohl sie nicht in eine Aufgabe einbezogen war.

Je größer der Praxisanteil bei den Aufgabenstellungen der beiden Museumspädagoginnen war, um so entspannter und offener waren die Jugendlichen. Wir hätten uns noch weniger Sprache zu Gunsten von mehr Handlung gewünscht, um diesen positiven Effekt zu vertiefen.


Text & Fotos: Uta Schweers